Integration

Seit September 2007 hat der Pius-Kindergarten die Anerkennung als integrative Einrichtung. Kinder mit Behinderung bzw. Kinder, die von einer Behinderung bedroht sind, können unseren Kindergarten besuchen. Die Aufnahme ist abhängig von der zur Verfügung stehenden Zahl an Integrationsplätzen und wird je nach den Möglichkeiten und Grenzen der Einrichtung sowie den besonderen Bedürfnislagen des einzelnen Kindes entschieden.
Unsere Integrationskinder werden gemeinsam mit den anderen Kindergartenkindern betreut und gefördert. Zusätzlich kommt ihnen eine heilpädagogische Förderung zugute.
Um optimale Fortschritte zu erreichen, pflegen wir eine enge Zusammenarbeit mit dem Elternhaus und dem heilpädagogischen Fachdienst. Ebenso vernetzen wir uns in Absprache mit den betroffenen Eltern mit weiteren „Spezialisten“ wie Ärzten, Psychologen, Logopäden und Ergotherapeuten etc.

Der Begriff „Integration“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „(Wieder)herstellung eines Ganzen“.
Für unsere Einrichtung heißt das:
Regelkinder und Kinder mit besonderen Bedürfnissen bzw. erhöhtem Förderbedarf besuchen gemeinsam eine Gruppe. Sie lernen sich gegenseitig mit den unterschiedlichen Erlebnis- und Erfahrungswelten kennen und wertschätzen. Sie bilden eine Gemeinschaft, etwas Ganzes.
So haben die Kinder mit Behinderung u.a. die Möglichkeit, gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Die Kinder lernen von- und miteinander und erweitern so ständig ihre persönliche und soziale Kompetenz.

 

Kindergartenpädagogik und Integration

Die Prinzipien der Kindergartenpädagogik bieten sich für Regel- und Integrationskinder gleichermaßen an:

  • Strukturierung (verschiedene Spielbereiche im Raum, Tagesablauf, Rituale…)
  • Anknüpfen an den Lebensbedingungen und Interessen der Kinder
  • Veranschaulichung und Ganzheitlichkeit (Lernen mit allen Sinnen, z.B. Be-GREIFEN im wahrsten Sinne des Wortes)
  • Schaffen einer anregungsreichen Spielumgebung in der sich die Kinder (3-6-Jährige, Regel- und Integrationskinder) zum Ausprobieren und Handeln aufgefordert fühlen
  • Üben und Wiederholen (Festigung des Gelernten)
  • Differenzieren und Individualisieren d.h. Angebote für verschiedene Altersgruppen, Interessen und Fähigkeiten ermöglichen (einzeln, in Kleingruppen)
  • Beschäftigungsmaterial und Angebote, bei denen die Kinder „Erfolg“ haben. Dies stärkt den Selbstwert und motiviert.

 

Integration und gegenseitiges Lernen

Alle Beteiligten können während des Integrationsprozesses miteinander und voneinander lernen z.B.:

  • Freundschaften bilden (unter Kindern/ Eltern mit Eltern)
  • Lernen durch Nachahmung
  • Lernen am Vorbild (z.B. von älteren Kindern und Erziehern/innen)
  • Geduld, Ansporn, Lernen von Frustrationstoleranz
  • Selbst- und Fremdeinschätzung (Stärken und Schwächen erkennen und akzeptieren)
  • Gegenseitige Wertschätzung und Respekt
  • Ein Grundverständnis für ein Miteinander bilden
  • Behinderung als etwas Alltägliches sehen
  • Entspannt und sicher aufeinander zugehen

Aufgabe der Erzieher/innen ist es, den Bildungs- und Entwicklungsprozess aller Kinder zu begleiten und zu fördern. Der heilpädagogische Fachdienst arbeitet mit den Kindern je nach Bedarf einzeln, in kleinen Gruppen oder in der Großgruppe.
Um zielgerichtet arbeiten zu können, erarbeiten der heilpädagogische Fachdienst, die Erzieher/innen und Eltern gemeinsam einen Förderplan, in dem festgehalten wird, welche Bereiche während der einzelnen Förderstunden, im Kindergartenalltag und zu Hause intensiviert werden.